Wir lieben trommeln

Wir lieben trommeln

Wir lieben trommeln

Beim Trommelfest in der Dr. Pfeiffer-Grundschule zeigen die Schüler ihr Können

„Wir lieben trommeln!“ Die strahlenden Gesichter sprechen Bände. In der übervollen Aula der Dr.-Pfeiffer-Grundschule und Pestalozzischule in Oberndorf beginnt das Trommelfest. An den Wänden hängen bunte Bilder von Trommeln, die die Kinder gemalt haben.

Viele Eltern und Geschwister waren an diesem Abend gekommen, um zu erleben, was die Kinder seit Schuljahresbeginn im Trommelprojekt erarbeitet haben. Jeden Dienstag kommt die Perkussionistin Petra Eisend aus Schweinfurt einen ganzen Vormittag in die Schule und trommelt mit jeder Klasse eine halbe Stunde. Eine Klassenlehrerin ist immer mit dabei.

Getrommelt wird auf der Djembe, einem westafrikanischen Instrument, das aus einem Holzkorpus mit einer Fellbespannung besteht. Petra Eisend hat mehr als 30 Jahre Erfahrung, war mehrfach in Westafrika und hat sich die afrikanischen Rhythmen angeeignet. In Afrika begleiten die Rhythmen, Singen und Klatschen ständig den Alltag der Menschen. Aus Guinea hat sie die Djemben mitgebracht. Die Arbeit mit den Kindern bereitet ihr viel Freude.

Im großen Halbrund sitzen die Kinder mit Petra Eisend auf der Bühne, alle haben Blickkontakt mit ihrer Trommellehrerin. Sie zählt kurz an und schon prasseln 34 Hände auf die Bespannung. Ein gleichmäßiger Rhythmus beginnt im Wechsel zwischen Solo und Ensemble, Thema und Antwort. Die Klanghöhe variiert, je nachdem ob der Schlag die Mitte des Fells trifft oder den Rand. Der Geräuschpegel war hoch, doch der gleichmäßige Rhythmus animierte das Publikum mitzuklatschen und mitzusingen.

Projektleiterin Nicola Menkhaus stellte das Schulprojekt vor. Die Kinder seien mit Feuereifer dabei. Daneben werden aber auch Disziplin, Ausdauer und Aufmerksamkeit trainiert. Das Gemeinschaftsgefühl im Klassenverband wird gestärkt, Eigenwahrnehmung und die Wahrnehmung der anderen sensibilisiert.

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Besseres Sozialverhalten

Die Lehrer berichten von deutlich aufmerksameren Kindern nach der Trommelphase und einem besseren Sozial- und Konfliktverhalten in der Gruppe. Auch haben sich einige Kinder selbst ein Musikinstrument angeschafft. Sie sind selbstbewusster geworden und ein Auftritt vor so vielen Menschen macht ihnen nichts mehr aus. Asise, eine Schülerin drückte es so aus: „Trommeln bringt uns Freude, macht uns Spaß und lässt uns lachen“.

Mirsad Spahija vom Elternbeirat bat am Ende der Veranstaltung um Spenden, damit das Projekt auch im kommenden Schuljahr weitergeführt werden könne. Die Finanzierung stehe ausschließlich auf privaten Säulen. Örtliche Sponsoren unterstützen das Projekt, der Elternbeirat steuert einen Teil bei und die Schülerinnen und Schüler leisten einen Kostenbeitrag von einem Euro pro Trommeleinheit. Öffentliche Gelder gibt es für solche Projekte nicht, bedauert Schulleiterin Birgit Penzel. Gebe es an weiterführenden Schulen durchaus verfügbare Budgets für solche Sonderprojekte, seien diese an Grundschulen nicht vorgesehen. Sie ist fest entschlossen, den Trommelkurs fortzusetzen.

Quelle: Mainpost.de

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