Petra Eisend Hang Performance beim deutschlandweiten Ausstellungsprojekt „Zeitgleich-Zeitzeichen“ in Schweinfurt

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Im Eingangsbereich der Heilig-Geist-Kirche steht ein Gewächshaus, überzogen von einer grün schimmernden Kunststofffolie. Links und rechts liegen Kleider, auf einen Haufen geworfen. Rings um das Gewächshaus ist eine Schnur festgezurrt, an der aufgereiht weitere Kleidungsstücke feinsäuberlich angeklammert sind. Die Besucher kommen herein, bleiben stehen, betrachten die Installation. In die Stille hinein ertönt ein Gong. Der Klang breitet sich aus, es schält sich ein Rhythmus heraus. Da beginnt Petra Blume zu sprechen, es beginnt die „Suche nach einem Inhalt“, eine Art „Dauerwehgesang“.

Die Performance ist Teil des deutschlandweiten Ausstellungsprojektes „Zeitgleich-Zeitzeichen“, das von Mitgliedern des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK) veranstaltet wird. In Unterfranken zeigen regionale Künstler in zehn Kirchen unter dem Titel „Schöpfer und Geschöpf – Ein Gewächshaus im Kirchenraum. Ein Experiment“ ihre Kunst. Petra Blume hat sich der Konzept-Kunst verschrieben.

Dabei stehen der geistige Vorgang, das Konzept und die Vorgehensweise des Künstlers im Mittelpunkt, nicht ein fertiges Endprodukt. Die Enthüllung des Kunstobjektes ging denn auch mit einer Performance einher. Klang (Petra Eisend, Schlagwerk und Dirk Rumig, Holzblasinstrumente), Tanz (Lisa Kuttner) und Texte (Petra Blume) waren miteinander verwoben, ergänzten einander, bildeten weitere Dimensionen des Gesamtwerkes.

Wie aus dem Nichts erwuchs das Tönen einer Klangschale zu einem großen Grundton, der mit einer feingesponnenen Melodie des Saxofons aufgenommen wurde. Dazu bewegte sich die Tänzerin, zeichnete die Linien der Melodie nach, webte „Nachtgespinste“ in den Raum. Da mischte sich die Klarinette dazu, das Hang gab einen Grundrhythmus, „Nebelbänke“ waberten. Körper, Klang, Text und Bild wirkten für sich, aber fügten sich gleichermaßen zu einem Ganzen. „Suche nach einem Inhalt“ war da zu hören, dabei löste Blume die Klammern, Wäschestücke fielen zu Boden. Zu einem gemeinsamen Chor vereinigten sich alle Mitwirkenden, „Vergiss mich nicht, komm wieder“ mischten sich ihre Stimmen. Die beeindruckende und ergreifende Performance endete mit der Feststellung „was weiß denn schon das Meer von Endlichkeit“.

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Petra Blume, Petra Eisend, Dirk Rumig und Lisa Kuttner hatten das Ausgangsmaterial bemerkenswert umgesetzt. Ullrich Göbel von Citypastoral begrüßte das Experiment. Es gehe darum, ungewöhnliche Wege zu gehen, um Menschen und Glaube mit Kunst in einen Dialog zu bringen. Im Zentrum des anschließenden Gottesdienstes stand die Frage, ob der Glaube auf die existenziellen Fragen des Lebens eine Antwort zu geben vermag.

Bis 30. Oktober wird die Künstlerin dienstags, donnerstags und freitags von 18 bis 19 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche die Installation weiter verwandeln. Weitere Ausstellungsorte sind unter anderem die Abtei Münsterschwarzach, die Martin Luther Kirche Würzburg, die Evangelische Kirche Bad Königshofen und die St.-Michael Kirche in Zeil.

Quelle: Mainpost.de

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