P.E.G. World Weltmusik mit fränkischem Dialekt

PEG-World

P.E.G. World Weltmusik mit fränkischem Dialekt

Quicklebendige, expressive Rhythmen: Die Band P.E.G.-World brachte verschiedene musikalische Stilrichtungen auf die Bühne des Haunschen Hofes.

Zwei seltsame „Schildkröten“ aus Metall sorgten bei den Jazznächten des Salzunger Kulturvereins für Furore. Die außergewöhnlichen Trommelinstrumente, aus der Schweiz stammend und Hang genannt, bestehen aus zwei aneinander befestigten Halbkugeln, in deren oberen Hälfte Tonfelder eingefügt sind. Sie spielten eine schlagende Rolle bei den ausgeklügelt modellierten Jazz-Soundcollagen von P.E.G.-World.

Ein Bandname, hinter dem sich gute Bekannte verbergen: Mit ihren großartigen Perkussionskünsten begeisterte die Schweinfurterin Petra Eisend schon öfter das Salzunger Publikum. Seit mehreren Jahren ist sie sehr erfolgreich als Duo mit dem Gitarristen und Sänger Tobias Pawlick unterwegs. Zur erst vor Kurzem gegründeten „P.E.G.-World„-Formation gehören außerdem Bassist Johannes Böhm, Schlagzeuger Tobias Götz und Bläser Dirk Rumig.

Bunt würfeln die versierten Musiker alle möglichen Stilrichtungen von Reggae bis Latin durcheinander, mischen gekonnt eine kräftige Prise Weltmusik dazu und garnieren diese dann skurrilerweise mit Gesang in breitem fränkischen Dialekt. Passt das? Ist wurscht. Denn anhören tut sich das Ganze sensationell: Quicklebendige, expressive Rhythmen wechseln innerhalb eines Stückes ebenso munter wie trickreich hin und her, der lupenreine Groove sprüht aus jeder Saite, jedem Trommelschlag, jedem Atemzug.

Petra Eisend, strahlend lächelnd hinter ihrer Schlagwerkfestung verschanzt, zaubert zur Begeisterung des Publikums immer wieder neue Instrumente wie eine riesige Klangschale, lustige rote Klappern oder einen Regenmacher hervor. Das Hang spielt nicht nur sie, sondern auch Bandkollege Tobias Götz. Exotisch hören sich die metallisch-glockigen Töne an, die entweder mit Klöppeln oder direkt mit den Händen auf der Stahlblechhalbkugel erzeugt werden. Die anarchischen Hang-Klänge entfalten einen hypnotischen Sog, den die restlichen Instrumente perfekt mittragen. Dazu singt Tobias Pawlick auf Fränkisch mal von den schönen Seiten des Lebens – „Gammeln ist nicht schlimm“ – aber auch, wie bei „Tanzkrüppel“, von traumatischen Lebenserfahrungen.

Dirk Rumig, renommierter Jazz-Saxophonist aus Würzburg, gibt an diesem Abend den schalkhaften musikalischen Anarchisten in der virtuosen Truppe: Mit ironischem Sirenenklang verhöhnt seine Klarinette den Nichttänzer Tobias Pawlick und glitzert ungezähmt in mäandernden Soli beim umarrangierten Hendrix-Cover. Mit der Querflöte zaubert Dirk Rumig dagegen beispielsweise in „Mehr Schwein als ein Hamster“ zarte, filigrane Elemente, hellt den rasanten Sound auf und setzt blumige Akzente.

P.E.G.-World“ in voller Aktion auf der Bühne, das ist wie ein verwirrender, aber fesselnder Trip, wie ein fröhliches Happening: Scheinbar spielerisch leicht bearbeiten Petra Eisends Hände Batatrommeln oder Djembé in ausgelassenen afrikanischen Rhythmen. Smoothig rauschen dazu die Besen von Tobias Götz, zupft Johannes Böhm sonor den Bass, drehen die Klarinettenimprovisationen Dirk Rumigs komplett ab und folgen doch alle dem funkigen roten Faden der Pawlickschen Gitarre. Schillernd-kakophonische Bögen schlägt ihre Musik, treibt wilde Blüten, packt den Zuhörer und sorgt für unheilbares Gliedmaßenzucken.

Quelle : inSüdThüringen.de

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P.E.G. World – Weltmusik mit Fränkischem Dialekt

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