Berührende Lesung zum Thema Flucht und Asyl

Die Not von Flüchtlingen einst und jetzt brachten Petra Eisend (links) und Elke Tober-Vogt in Wort und Musik nahe. Foto: Ursula Lux @Mainpost

Die Not von Flüchtlingen einst und jetzt brachten Petra Eisend (links) und Elke Tober-Vogt in Wort und Musik nahe. Foto: Ursula Lux @Mainpost

Das IBF war gut besucht, als vergangenen Donnerstag Elke Tober-Vogt und ich mit meinen Handpans und einer Oceansdrum eine Veranstaltung im Rahmen der Schweinfurter Frauenwochen gestalten durften.

Ursula Lux war als Redakteurin vom Schweinfurter Tagblatt da und hat den folgenden Bericht dazu geschrieben.

Warum Lena weint

Die Mütter kleiner und kleinster Kinder versuchten ihre Kinder vor dem Hungertod zu retten, indem sie halbverfaulte Kartoffeln und Rüben, ebenso trockenes Brot zu einem genießbaren Brei verkochten. Da keine Kochgelegenheit vorhanden war, bauten sie sich im Freien auf primitivste Weise einen Notherd auf. Als Brennmaterial musste Gras, altes Leder, Stofffetzen Verwendung finden. Ein Gendarm kam daher und war roh genug, dieses so mühsam hergestellte Lebensmittel für die fast verhungerten Kinder durch einen Fußtritt zu vernichten.

Dies ist keine Szene von der griechisch-mazedonischen Grenze, das Ganze geschah 1945. Elke Tober-Vogt zitierte aus dem Buch „Dokumente zur Vertreibung der Sudetendeutschen“. Die Komponistin eröffnete damit die Lesung „Flucht und Asyl“ im Internationalen Begegnungszentrum für Frauen (IBF).

Das Thema begleitet Tober-Vogt von Kindheit an, die Mutter floh aus dem Sudetenland, der Vater aus Ostpreußen. Sie selbst gibt Sprachunterricht für Flüchtlinge, ist Familienpatin bei einer Syrerin und ihrem 14-jährigen Sohn. Erschreckend machen die Texte der Nachkriegszeit deutlich, wie die Ereignisse damals den heutigen ähneln.

„Die Flucht wurde von einem Tschechen zu einem außerordentlich guten Geschäft benutzt, indem er die erdenklichsten Entlohnungen für die Überschreitung der Grenze einforderte“ – so 1945. Heutige Schlepper lassen sich nicht nur entlohnen, sie nehmen auch den Tod der Flüchtlinge auf dem Meer in Kauf. Die Ereignisse damals wie heute berühren die Zuhörer unmittelbar. Dafür sorgt auch Petra Eisend, die mit dem Hang, dem Handpen und der Ocean-Drum die Gefühle des Gehörten in Musik verwandelt und den Zuhörern so die Zeit zum Nachdenken, Nachempfinden und Verdauen des Gehörten schenkt …

Den ganzen Beitrag finden Sie auf Mainpost.de – Warum Lena weint.

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